Die Dresdner Frauenkirche
Die Dresdner Frauenkirche

Die Dresdner Frauenkirche

 

 

Die Kulturpreisverleihung in der Frauenkirche

Es ist der Stiftung Frauenkirche zugleich Ehre und Freude, Gastgeber der festlichen Kulturpreisverleihung 2006 zu sein. Die von der Europäischen Kulturpreisstiftung vergebenen Ehrungen werden Menschen und Initiativen zuteil, die sich in herausragender Weise um die Kultur Europas verdient gemacht haben. Ausgezeichnet wird besonderes Engagement, künstlerische Kreativität, selbstloser Einsatz und grenzüberschreitender Gemeinsinn. Als dies sind Eigenschaften, ohne die der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche nicht hätte gelingen können.

Jeder der Nominierten für die Europäischen Kulturpreise 2006 setzt – auf ganz unterschiedlichen Wegen – Kraft und Herzblut für das Gelingen seines Zieles ein und bereichert dadurch das Leben vieler weiterer Menschen. Diese Persönlichkeiten in der Frauenkirche als Ort der Erinnerung, Hoffnung und Begegnung zusammen zu führen und zu ehren soll leuchtendes Zeichen des Dankes und der Anerkennung sein.

Mehrere Preisträger sind der Frauenkirche seit langer Zeit besonders eng verbunden. Sie trugen die Idee des Wiederaufbaus in die Welt, warben mit beeindruckendem Einsatz Spenden ein und bereicherten das musikalische Leben an der Frauenkirche auf einzigartige Weise mit. Sie leben die Botschaft der Frauenkirche und geben sie an Menschen im In- und Ausland weiter. Die Stiftung Frauenkirche freut sich ganz besonders, diese Preisträger begrüßen zu können.

Leben in der Frauenkirche

Seit der festlichen Weihe am 30. Oktober 2005 strömen täglich tausende Menschen in die Kirche. Nun ist sie wieder ein lebendiges Haus Gottes und der Menschen. Sie nehmen an Gottesdiensten und Andachten teil, informieren sich über die architektonischen und kunsthistorischen Besonderheiten und erleben eindrucksvolle Konzerte. Und wenn die Besucher die Frauenkirche wieder verlassen, tragen sie in ihren Herzen ein Stück der Botschaft – Brücken bauen, Versöhnung leben, Glauben stärken – mit hinaus in ihr Leben.

Die steinerne Glocke

1743 vollendet, prägte die barocke Frauenkirche zwei Jahrhunderte die Silhouette des alten Dresden. George Bähr hatte mit der steinernen, glockenförmig geformten Kuppel eine architektonische Meisterleistung vollbracht, die das Stadtbild Dresdens unverwechselbar machte. Der quadratisch angelegte, überkuppelte Zentralbau mit einem Altarbild von Johann Christian Feige und den Deckengemälden von Johann Baptist Grone galt als eines der wichtigsten Werke der europäischen Kultur- und Baugeschichte und als Kulminationspunkt des protestantischen Kirchenbaus. In ihr ist das lutherische Glaubens- und Gottesdienstverständnis in vollendeter Form verwirklicht.

Im Februar 1945 stürzte die Frauenkirche nach dem Bombenangriff auf die Dresden ausgebrannt in sich zusammen. Anders als andere zerstörte Gebäude, die entweder abgetragen oder restauriert wurden, verblieb die Ruine der Frauenkirche im Herzen der Stadt – als stetes Mahnmal gegen die Schrecken von Gewalt und Krieg. Erst mit der politischen Wende 1989 war die Zeit gekommen, den Wiederaufbau zu versuchen.

Nach einer archäologischen Enttrümmerung, bei der das alte Material gesichert und katalogisiert wurde, begann 1994 das eigentliche Baugeschehen. Zunächst mit einiger Skepsis begleitet, wuchs die Kirche Meter um Meter und wurzelte in den Herzen der Menschen. Aus Dresden, Sachsen, Deutschland und aller Welt wurde Unterstützung zugesagt, sodass der Wiederaufbau letztlich zu zwei Dritteln mit Spenden finanziert werden konnte.


Frauenkirche Dresden